Zweckverband Abfallwirtschaft Raum Würzburg

1. Mögliche Störungen des bestimmungsgemäßen Betriebes im MHKW

Einzelheiten sind in der Umweltverträglichkeitsuntersuchung für Errichtung und Betrieb einer Linie III am Müllheizkraftwerk Würzburg durch die PROBIOTEC GmbH dargestellt.

In den Untersuchungen wurden Störungen mit den jeweils größten theoretisch denkbaren Freisetzungen an Schadstoffen betrachtet.

Bei allen Annahmen über den Verlauf der genannten Störungen wurden die ungünstigsten Bedingungen vorausgesetzt.

Die dabei theoretisch möglichen (berechneten) Schadstofffreisetzungen wurden mit den gesetzlichen Richtwerten verglichen:
Alle errechneten Schadstoffkonzentrationen liegen unter den gesetzlichen Richtwerten.

Ergebnis:

"Vom MHKW Würzburg ausgehende Gefahren für das Allgemeinwohl sind" ,..., "vernünftigerweise auszuschließen, da laut der Untersuchung über die Anwendbarkeit der StörfallV(verordnung) selbst bei einer Betriebsstörung mit Freisetzung von Schadstoffen ernste Gefahren nicht zu befürchten sind.
Am MHKW Würzburg führen somit mögliche Betriebsstörungen nicht zu einem Störfall im Sinne der StörfallV."
(Umweltverträglichkeitsuntersuchung PROBIOTEC GmbH, 1996, Seite 102; bestätigt durch den Bescheid der Regierung von Unterfranken vom 8.8.1996 zu Linie III, 2.1.1.6.2, S. 202, 205)


2. Messungen anlässlich eines Schwelbrandes vom 18. - 23.9.1999

Die Berufsfeuerwehr der Stadt Würzburg, vertraut mit den örtlichen Gegebenheiten, hatte alles unter Kontrolle.
Die Rauchgase wurden nahezu vollständig über die Feuerung abgesaugt.
Zu keinem Zeitpunkt bestand eine Gefährdung für die Umgebung.

Der Zweckverband beauftragte nach dem Brandereignis die TÜV Ecoplan Umwelt GmbH mit der Untersuchung von Immissionswirkungen auf die Vegetation im Umfeld des MHKW.

Im theoretischen Einwirkungsbereich der Abgase aus dem Brandereignis wurden Proben des natürlichen Wiesenbewuchses (auf Brachflächen) genommen ("Passives Biomonitoring"). Gleichzeitig wurde eine "Referenzprobe" im ländlichen Raum genommen.

Ergebnis:

"In keinem Fall ergibt sich ein Hinweis, daß die gefundenen geringen Belastungen auf das MHKW Würzburg oder auf das Brandereignis am 21.9.99 zurückzuführen sind.
Das Brandereignis hatte keinen Einfluß auf die Umgebung."
(aus: Bericht über immissionsökologische Untersuchungen (Biomonitoring) im Umfeld des Müllheizkraftwerkes Würzburg, TÜV Ecoplan Umwelt GmbH, Seite 12, 30.9.1999)

Seit dem 18./23.9.1999 trat bis heute kein entsprechendes Ereignis mehr auf.

3. Ereignisse der Jahre 2010 und 2011 in Deutschland

Von den 70 thermischen Abfallverwertungsanlagen in Deutschland hatten 2010 die Anlagen in Ludwigshafen, Iserlohn und Nürnberg größere Brände.

Die Ursachen sind bis heute weitgehend unklar.

Aktuell hat nun wieder ein Brandereignis in der MVA Nürnberg im März 2011 stattgefunden.

4. Brandschutzkonzept des Zweckverbands Abfallwirtschaft Raum Würzburg für das MHKW Würzburg

4.1 Planfeststellungen der Linien I, II und III

Bereits in den Planfeststellungsbescheiden der Regierung von Unterfranken ist ein Brandschutzkonzept festgelegt. Die Festlegung erfolgte in Abstimmung mit dem TÜV, der Berufsfeuerwehr Würzburg, dem Gewerbeaufsichtsamt und der Regierung von Unterfranken, Sachgebiet Brandschutz.

4.2 Auflagen für die Anlieferung von Abfällen

Darüber hinaus berücksichtigt der Zweckverband bei der Neuanlieferung von Stoffen von vornherein eine eventuelle Selbstentzündlichkeit.

Selbstentzündliche Stoffe werden grundsätzlich nicht angenommen und sind auch entsprechend den Verträgen mit den Anlieferern ausdrücklich von der Anlieferung ausgeschlossen.

4.3 Regelmäßige Kontrollen des Abfallinputs

Der Zweckverband kontrolliert regelmäßig mit Hilfe von Stichproben die angelieferten Abfälle, insbesondere die zur energetischen Verwertung. Diese Kontrollen werden dokumentiert, bei Beanstandungen können die Abfälle wieder aus dem Müllbunker entfernt werden. Die Vertragspartner des Zweckverbandes werden informiert und in bisher nahezu reibungsloser Zusammenarbeit gab es in dieser Hinsicht in den letzten 10 Jahren keine Probleme.

Aktuell werden vor dem Hintergrund der Brände in anderen Anlagen die Vertragspartner des Zweckverbandes erneut gebeten, besonders auf brandgefährliche Stoffe und vor allem selbstentzündliche Stoffe zu achten.

5. Eigenüberwachung der Abfälle per Infrarotkamera

Der Abfall im Müllbunker wird ständig über eine Infrarotkamera überwacht. Durch sie werden eventuelle Temperaturerhöhungen sofort erkannt.

Vor allem im Brandfalle ist die Kamera bei starker Rauchentwicklung dazu geeignet, die drei Wasserwerfer auf Brandherde im Müllbunker zu lenken.

So lassen sich selbst bei schlechter oder praktisch nicht mehr vorhandener Sicht die Brände aktiv bekämpfen.

6. Löschübungen der Stadtwerke Würzburg AG als Betreiber

Um bei einem Brandfall schnell und richtig reagieren zu können, führen die Mitarbeiter des MHKW einmal pro Woche Löschübungen jeweils mit Wasser und alle 4 Wochen mit Schaum durch.

7. Einweisung der Löschgruppen der Berufsfeuerwehr Würzburg vor Ort in der Anlage

Löschgruppen der Berufsfeuerwehr Würzburg werden regelmäßig vor Ort in die speziellen Gegebenheiten der Anlage eingewiesen. Dadurch geht bei einem Brandfall nicht unnötig Zeit mit der Orientierung vor Ort verloren. Allein 2010 wurden drei Gruppen mit den Örtlichkeiten des MHKW vertraut gemacht.

8. Anfahrtszeit der Berufsfeuerwehr Würzburg in weniger als 10 Minuten

Im "Ernstfall" ist die Berufsfeuerwehr der Stadt Würzburg in weniger als 10 Minuten vor Ort.

9. Übernahme der Brandschutzfragen in das Risikomanagement des Zweckverbandes mit jährlicher Überarbeitung

Brandschutz ist ein wichtiges Thema im Risikomanagement des Zweckverbandes und wird auch in der anstehenden Aktualisierung auf den neuesten Stand gebracht.

Zweckverband Abfallwirtschaft Raum Würzburg, 2011

 

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