Zweckverband Abfallwirtschaft Raum Würzburg


Animation der Rauchgasreinigung


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Rauchgasreinigung im MHKW Würzburg

Abkühlung der Rauchgase


Die Rauchgase, die bei der Verbrennung entstehen, durchströmen die 4 Züge der Kessel.

Sie kühlen dabei von etwa 1.000 °C auf etwa 200 °C ab.

Die dabei frei werdende Energie wird für die Dampferzeugung des MHKW genutzt.

Im Verdampfungskühler kühlen die Rauchgase weiter ab auf etwa 140 °C (= Konditionierung). Als Kühlmedium wird unter anderem auch das in der Anlage anfallende Abwasser genutzt und über einen Rotationszerstäuber eingedüst.

Konditionierte Trockensorption


Nach dem Verlassen des Verdampfungskühlers wird in das nun abgekühlte Rauchgas Kalkhydrat eingeblasen und Aktivkohle zugesetzt.

Das Gemisch aus abgekühltem Rauchgas, Kalkhydrat und Aktivkohle strömt nun in die Gewebefilter. Zusammen mit dem restlichen Flugstaub bildet sich an den Filterschläuchen eine Filterschicht, die vom Rauchgas durchströmt wird.

Die sauren Schadgase Chlorwasserstoff, Schwefeldioxid und Fluorwasserstoff werden vom Kalkhydrat absorbiert.

Durch die Abkühlung der Rauchgase und die Zugabe von Kalkhydrat und Aktivkohle werden zusätzlich Schwermetalle, Dioxine / Furane und andere organische Schadstoffe zum Teil bis zu 99 % aus dem Rauchgas abgeschieden.

Die Filterstäube werden im Bergbau verwertet und dort als Versatzmaterial eingesetzt.

Entstickung der Rauchgase


Die Stickoxide im Rauchgas werden durch Zugabe von Ammoniakwasser weitgehend zerstört. Dabei entstehen die unschädlichen Substanzen Stickstoff und Wasser, die bereits in der Natur vorkommen.

Bereits im Feuerraum wird durch Eindüsung von Ammoniakwasser eine Vorentstickung der Rauchgase erzielt. Die Katalysatoren erleichtern die weitgehende Zerstörung der Stickoxide erheblich.

Verfahrenstechnische Besonderheiten im MHKW Würzburg


Bei den Linien 1 und 2 sind die Katalysatoren am Ende der Rauchgasreinigung angeordnet. Deshalb muss das bereits abgekühlte Rauchgas wieder auf die Betriebstemperatur der Katalysatoren aufgeheizt werden.
Bisher geschah dies mit Gasbrennern.

Technische Optimierungen ermöglichen seit 2009 den Betrieb der Katalysatoren bei deutlich niedrigeren Temperaturen. Statt mit Erdgas werden nun die Katalysatoren mit Dampf aufgeheizt, der im eigenen Kraftwerk erzeugt wird. Die Leistung der Katalysatoren bleibt davon unberührt.

Dieser Optimierungsschritt erspart jährlich ca. 500.000 m³ Erdgas und schont so natürliche Ressourcen. Im Vergleich zum bisherigen Verbrauch an Erdgas erspart das neue Verfahren der Umwelt jedes Jahr 900 Tonnen CO2.

Bei der "heißen DeNOx" der Linie 3 entfällt die Wiederaufheizung der Rauchgase, da der Katalysator bereits in den Heißgasbereich des Kessels eingebaut wurde.

Neben den geringeren Investitions- und Betriebskosten (Ersparnis: 200.000 € pro Jahr) verringern sich damit auch bei der Linie 3 die umweltrelevanten CO2-Emissionen, da jährlich 350.000 Kubikmeter Erdgas gar nicht erst verbrannt werden müssen.

Nach Zerstörung der Stickoxide wird ein Großteil der Energie wieder über Wärmetauscher zurückgewonnen.

Das nun gereinigte Abgas verlässt über Stahlkamine das MHKW.



 

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