Warum Mülltrennung wichtig ist!

Wahre Schätze schlummern in unserem Abfall. Aber nur, wenn sauber getrennt wird, können Abfälle den Recycling-Prozess ordnungsgemäß durchlaufen und anschließend als Sekundär-Rohstoffe dazu beitragen, Ressourcen zu schonen und die Umwelt weniger zu belasten.

Sie möchten sich beraten lassen?

Neben persönlicher Beratung versorgen die Körperschaften die Bürgerinnen und Bürger mit Informationen auf ihren Websites sowie in eigenen Apps. Übrigens: Damit Sie keinen Abfalltermin mehr verpassen, verfügen die Apps über eine Erinnerungsfunktion.

Abfallberatung Landkreis Kitzingen Tel. 0 93 21 / 9 28 12 34 www.abfallwelt.de

team orange Tel. 09 31 / 6 15 64 00 www.team-orange.info

Abfalltrennung funktioniert ganz einfach. Je nach Wohnort beraten Profis, wie Betriebsleiter Alexander Pfenning vom team orange für den Landkreis Würzburg und Abfallberater Harald Heinritz von der Kommunalen Abfallwirtschaft im Landkreis Kitzingen. Was kann jeder Einzelne zur Abfalltrennung beitragen? Harald Heinritz: Wichtig ist, dass der Abfall zu Hause richtig getrennt wird. Oft landen Papierwindeln und andere Fremdstoffe in der Papiertonne und müssen wieder von Hand aussortiert werden. Auch Verbundstoffe, wie beispielsweise Bäckertüten mit Kunststoffanteilen, haben in der Papiertonne nichts verloren und gehören immer in den Gelben Sack bzw. die Gelbe Tonne. Über die Bioabfalltonne sollen nur organische Stoffe, wie Küchenabfälle, Pflanzen- und Gartenabfälle entsorgt werden. Zusammenfassend kann man festhalten: Je sauberer und feiner die Abfälle getrennt werden, umso besser können sie im Anschluss wiederverwertet werden. Wie verliert man bei der Fülle an Entsorgungsmöglichkeiten nicht den Überblick? Alexander Pfenning: Für genau solche Fragen haben wir unser Abfall-ABC ins Leben gerufen. Es ist gut sichtbar auf unserer Homepage eingebettet sowie in der team-orange-App zu finden. Mit weit über 1.000 Suchbegriffen hilft es bei der Zuordnung zur richtigen Abfallfraktion und zeigt bequem alle zur Verfügung stehenden Entsorgungswege auf. Und das rund um die Uhr. Wo wird Sperriges entsorgt und was geschieht mit Lackresten oder ausgedienten Elektrogeräten? Pfenning: Grundsätzlich sollte man Gegenstände nicht sofort entsorgen, nur weil sie für einen selbst wertlos geworden sind. Hat das alte Sofa aber tatsächlich ausgedient oder findet sich für den Plattenspieler kein neuer Liebhaber, können diese und zahlreiche weitere Abfälle auf unseren Wertstoffhöfen entsorgt werden. Für eine bestmögliche Entsorgung und einen reibungslosen Ablauf bitten wir unsere Kunden darum, alle Wertstoffe so weit wie möglich zu zerlegen und in die einzelnen Fraktionen getrennt anzuliefern. Kundinnen und Kunden, die nicht zum Wertstoffhof kommen können, steht darüber hinaus auch unser Service „Sperrmüll auf Abruf“ zur Verfügung. Heinritz: Neben der Anlieferung an unseren zentralen Wertstoffhof in Kitzingen bieten wir für die Abholung von sperrigem Hausrat eine „Sperrabfallabfuhr auf Abruf“ an. Diesen Service kann jeder Haushalt zweimal im Jahr ohne Extragebühr in Anspruch nehmen. Pfenning, Heinritz: Chemikalien, Lack- und Farbreste zählen in beiden Landkreisen zum Problemmüll bzw. -abfall. Diese werden im Rahmen einer mobilen Sammlung entweder auf den Wertstoffhöfen oder in den einzelnen Orten angenommen. Im Landkreis Würzburg können entsprechende Abfälle außerdem ganzjährig auf den Wertstoffhöfen der Stadt Würzburg entsorgt werden.

Unsere Profi Tipps für mehr Platz in allen Tonnen

Vermeidet

Abfälle. Kauft nur, was wirklich gebraucht wird.

Verringert

Verpackungsmüll durch unverpackte Produkte oder die Verwendung von Mehrwegverpackungen.

Vorausschauend

zu konsumieren bedeutet, in sinnvollen Mengen so einzukaufen, dass nichts verdirbt oder verfällt.

Verkleinert

das Volumen, indem ihr Abfälle so weit wie möglich zerkleinert oder zerlegt.

Verändert

die Anzahl oder Größe der Abfallbehälter entsprechend dem individuellen Bedarf.

Welche Probleme können bei der Entsorgung entstehen? Heinritz: Häufig stellen schon kleine Nachlässigkeiten die Entsorgung vor vermeidbare Probleme. Das erläutere ich gerne am Beispiel der Altglasentsorgung. Hier kommt es immer wieder vor, dass Flach- oder Fensterglas über die Glascontainer entsorgt wird. Da aber Flachglas einen wesentlich höheren Schmelzpunkt als Behälterglas hat, muss es aufwendig aussortiert und gesondert entsorgt anstatt wiederverwendet werden. Auch in den Gelben Säcken landen leider viel zu häufig Kunststoffe, die darin nichts verloren haben. Hierunter fallen bestimmte Hartkunststoffe, wie Wäschekörbe, Kinderspielsachen oder Übertöpfe, die nicht als Verkaufsverpackungen zählen und deshalb einer anderen Entsorgung zugeführt werden müssen. Schwierigkeiten bereitet uns außerdem die Entsorgung von Dachpappe: In handtellergroße Stücke gerissen, steht einer Entsorgung über das Müllheizkraftwerk nichts im Wege. Größere Mengen dagegen führen dazu, dass Dachpappe nicht verbrennt, sondern sich verflüssigt, dann verklumpt und letztendlich wichtige Anlagenteile der Müllverbrennung beschädigt. Pfenning: Aus meiner Sicht werden solche Probleme ganz besonders bei der Entsorgung von Bioabfall deutlich. Zwar werden von den Medien immer wieder die Vorzüge sogenannter kompostierbarer Biobeutel hervorgehoben, die für den Endverbraucher augenscheinlich Problemlöser sein sollen. Dass die Beutel aber mit den in Deutschland angewandten Verfahren zur Kompostierung nicht vereinbar sind, weil sie eine deutlich längere Zeit zur Zersetzung benötigen, das wissen nur wenige. Auch sogenannte Fehlwürfe, also Abfälle, die nicht biologisch abbaubar sind, machen große Probleme bei der Wiederverwertung des Bioabfalls zu Kompost. Würde es im Recycling-Prozess keine derart hohen Qualitätsstandards geben, käme es häufiger vor, dass Komposterde zahlreiche Fremdstoffe – auch Stücke dieser kompostierbaren Biobeutel o. Ä. – enthielte. Momentan werden Kunst- und andere Fremdstoffe mühsam und kostenaufwendig aussortiert. Unser Gemeinschaftsprojekt „#biokönner“ macht genau auf diese Problematik aufmerksam und sensibilisiert für eine optimale Abfalltrennung. Einfach mal auf die Homepage www.biokönner.de klicken.

#biokönner – Knapp daneben ist auch vorbei

Im Rahmen dieses Projekts ist die Biotonne der Star: damit nichts in ihr landet, was dort nicht hineingehört. Außerdem gibt es praktische Tipps, damit sie sauber bleibt, nicht stinkt und im Winter nichts in ihr festfriert. Übrigens: Prominente Unterstützer sind die Rimparer Wölfe, die Kicker des TSV Abtswind und Meisterschütze Florian Grafmans, die zeigen, wie Mülltrennung zum Volltreffer wird.

Abfalltrennung – was wird wiederverwertet und was verbrannt? Heinritz: Wertstoffe wie Bioabfall, Papier und sortenreine Kunststoffe werden wiederverwertet. Rest- und bestimmter Sperrabfall werden über das Müllheizkraftwerk entsorgt. Die Verbrennungsenergie erzeugt dort Strom und Fernwärme. Was kann bei der Abfalltrennung verbessert werden? Pfenning: Wir würden uns wünschen, dass die Menschen in Zukunft nachhaltiger konsumieren und zugleich wieder mehr Wert auf eine noch bessere Mülltrennung legen. Im Alltag sehen wir uns jedoch häufig dem Argument entgegen, dass der Einzelne hier nichts ausrichten könne. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Denn der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht. Dies kann jeder Verbraucher bereits beim Einkauf oder durch eine kreative Weiterverwendung der Rohstoffe positiv beeinflussen.