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Saubere Trennung – auch in Gewerbe und Industrie

Für gewerblichen Abfall reichen die paar bunten Tonnen aus Privathaushalten nicht aus. Daher spielt die Abfallberatung im gewerblichen Bereich eine große Rolle. Martin Vogell vom Zweckverband Abfallwirtschaft erklärt, wie es funktioniert.

Gewerblicher Abfall

Alle Betriebe des Handwerks, der Industrie, des Handels und des Dienstleistungsgewerbes

sind gesetzlich verpflichtet, Pappe/Papier, Glas, Kunststoffe, Metalle sowie biologisch abbaubare Abfälle verwerten zu lassen. Dabei können sie frei entscheiden, welchen Entsorger sie mit der Abholung dieser Behälter betrauen.

Gaststätten, Kantinen und Imbisse:

Rein pflanzliche Küchenabfälle dürfen in die Biotonne. Küchen- und Speiseabfälle mit Lebensmitteln tierischer Herkunft müssen von Spezialfirmen abgeholt und verwertet werden.

Bauabfälle:

Darunter fallen Bauschutt, Bodenaushub, Straßenaufbruch und nicht zuletzt das breite Spektrum der Baustellenabfälle. Viele dieser Abfälle sind heute gut verwertbar, sodass Recycling eindeutig Vorrang hat vor einer Deponierung. Das schont die Umwelt, spart wertvolle Ressourcen und manchmal sogar Geld.

Was kann der Gewerbetreibende tun, damit sein Abfall problemlos weiterverwertet werden kann? Martin Vogell: Ebenso wie im privaten Bereich gilt hier, dass die Abfalltrennung bereits bei der Abfallentstehung sehr wichtig ist. So sollten z. B. Späne nicht mit Staub oder chemische und physikalisch unterschiedliche Stoffe nicht vermischt werden. Am besten ist es, wenn bereits im Produktionsprozess darauf geachtet wird, dass beispielsweise weniger Verschnitt entsteht. Glas, Papier, Biomüll und Restmüll – dafür gibt es einzelne Abfalltonnen. An wen wendet man sich, wenn man seinen Abfall nicht eindeutig zuordnen kann? Vogell: Für Gewerbebetriebe sind in diesen Fragen vor allem die Containerdienstleister die ersten Ansprechpartner. Darüber hinaus gibt es im Internet eine Datenbank mit einem Entsorgungsfachbetrieberegister. Per Suchfunktion findet man Abfallverzeichnisnummern, Abfallschlüsselnummern und geeignete Firmen. In jedem Fall empfiehlt sich ein Erstkontakt per Telefon oder E-Mail an die Gewerbeabfallberatung des ZVAWS (Zweckverband Abfallwirtschaft Raum Würzburg). Manchmal kommen unsere Mitarbeiter aber auch in die Betriebe, z. B. nach einem Brand: Da muss schon genau hingeschaut werden – welche Reste sollen verbrannt werden und was muss auf die Deponie? Problematisch wird es immer, wenn ein Ölschaden zu beklagen oder Asbest im Spiel ist. Gewerbe: Wohin z. B. mit Bauschutt, Gefahrstoffen, sensiblen Akten und Speichermedien/Computern? Vogell: Auch hier gilt: Eine saubere Trennung des Abfalls ist das Allerwichtigste. Bauschutt gehört in Recyclingbetriebe. Davon getrennt zu behandeln sind Gips und organische Stoffe. Ansprechpartner sind wiederum die Containerdienste, die sich mit der Behandlung des Abfalls auskennen. Sie sind übrigens auch die erste Adresse zur datenschutzkonformen Entsorgung von Akten und Speichermedien. Die haben nichts in der Müllverbrennungsanlage zu suchen. Eine datenschutzrechtskonforme Aktenvernichtung ist im MHKW nicht möglich. Elektroschrott, Batterien und LED-Lampen gehören nicht in den Restmüll und sind ebenfalls einem geeigneten Recyclingbetrieb zuzuführen. Welche Probleme tauchen bei der Wiederverwertung auf, wenn Abfall nicht sauber getrennt wird? Vogell: Nicht ausreichend getrennter Müll verursacht einen großen Nachbereitungsaufwand. Wir bekommen hier im Müllheizkraftwerk in jedem Jahr rund 4.000 t fehlgeleiteten Müll allein aus dem Kompostwerk, sogenannte Siebreste. Die sind dort zurückgehalten worden, weil sie nicht in den Biomüll gehören. Da sind vor allem Windeln, Knochen, aber auch Adventskränze mit Drahtkern enthalten usw. Oft ist Verpackungsmüll ölverschmutzt. Der ist dann nicht sortenrein und wird verbrannt. Findet beim Verbrennen im Müllheizkraftwerk auch noch eine Abfalltrennung statt? Vogell: Bei uns im MHKW landet der Müll aus der schwarzen oder grauen Restmülltonne, Haus- und Sperrmüll, hausmüllähnliche Abfälle, Mischmüll aus verschieden zusammengesetzten Kunststoffen. Dieser ist nicht weiter sortierbar und wird verbrannt. Dadurch wird Energie frei, die zu Strom und Fernwärme verarbeitet wird. Übrig bleiben am Ende Staub aus der Rauchgasreinigung und in der Schlacke einige Metalle wie Eisen, Aluminium, Kupfer, Messing und Edelstahl. Diese gehen in der Verbrennung nicht verloren, sie werden im Zuge der nachgelagerten Aufbereitung zurückgewonnen und in den Stoffkreislauf zurückgeführt.

Kontakt & Info

Zweckverband Abfallwirtschaft Raum Würzburg Ansprechpartner: Sigrid Hauck, Martin Vogell Tel. 09 31 / 6 60 58 11 www.zvaws.de/umwelt-recycling/gewerbliche-abfaelle