Neues aus dem ZVAWS
Wichtige Projekte am MHKW.
Ausbau Fernwärme in und um Würzburg
In Würzburgs Straßen sind sie derzeit nicht zu übersehen und sie nerven so manchen Verkehrsteilnehmer: Straßenbaustellen. Doch so missliebig sie sein mögen, entstanden sind sie aus gutem Grund, etwa um Fernwärmeleitungen neu zu verlegen oder zu verlagern. Im Auftrag des ZVAWS wird in der Nürnberger Straße im Zuge der Straßensanierung eine 750 m lange Leitung umgelegt. Nicht weit entfernt davon, in der Gattingerstraße, steht eine Ampel, weil auch hier Leitungen und Schächte saniert werden. Und im Industriegebiet Ost beginnt bald die Arbeit auf einer weiteren Baustelle. Die Leitung in der Nürnberger Straße wird benötigt, um Dampf in die Innenstadt zu transportieren. Die bisherige Pipeline war in die Jahre gekommen und verlief zudem durch das Gelände der Faulenbergkaserne. Für den ZVAWS ist die Bereitstellung von Fernwärme Pflicht und Kür zugleich (s. a. Beitrag über Kraft-Wärme-Kopplung im Artikel „Warum Abfall immer noch wertvoll ist“). Nur ein weitläufiges Fernwärmenetz erlaubt, die Vorteile dieser Technologie im großen Stil zu nutzen. Um möglichst viel Wärmeenergie zu verwerten, erneuert der ZVAWS nicht nur sein Netz, sondern verdichtet und erweitert es kontinuierlich. 2018 gelang der Brückenschlag in den angrenzenden Landkreis: Das zur Gemeinde Rottendorf gehörige Gut Wöllried mit seinem Veranstaltungs- und Gastronomiebetrieb und eine angrenzende Gärtnerei mit zu beheizenden Gewächshäusern wurden angeschlossen. Das Neubaugebiet „Am Sand“ in Rottendorf wird folgen. Die Versorgung erfolgt dann über eine Heißwasserleitung. Vorteil gegenüber einer Dampfleitung: geringere Wärmeverluste und eine bessere Handhabbarkeit der Leitung. Hierzu wurde am MHKW eine Umformstation (Leistung: 2x3 MW) installiert, die weitestgehend schon zur Stromerzeugung genutztem Dampf weiter Energie entzieht und Wasser erhitzt. Die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) geförderte Investitionssumme für die 1,8 km (jeweils Vor- und Rücklauf) lange Trasse betrug ca. 2,6 Mio. Euro. Die Transportleistung soll bis zu 7,5 Mio. kWh jährlich betragen. Verglichen mit der Versorgung aus dem bundesdeutschen Wärmemix, lässt sich damit eine CO2-Ersparnis von 1.500 t jährlich verwirklichen. Da Abfall ganzjährig anfällt, läuft das MHKW möglichst rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche und erzeugt so ständig Energie – und Wärme. Vorwiegend im Winter benötigt, soll sie auch im Sommer nicht ungenutzt in die Umwelt hinausströmen. Daher setzt der ZVAWS auf umweltfreundliche Technologien, die im Sommer Wärme benötigen, z. B. Kältetechnik, mit der es gelingt, aus Wärme Kälte bereitzustellen. Eine solche Absorptionskältemaschine will das SKZ in seiner Modellfabrik im Gewerbegebiet Ost realisieren. Für den Anschluss der dortigen Liegenschaften des SKZ sowie weiterer Anrainer an das Fernwärmenetz des MHKW sorgt künftig eine neue Warmwasserleitung. Der Baubeginn erfolgte im Sommer 2021. Kalkulierte Bauzeit: 12 bis 15 Monate. Eine weitere Umformstation soll von der bestehenden Dampfleitung ins Gewerbegebiet Ost ca. 4 Mio. kWh Fernwärme abnehmen. Das beschert den Nutzern und der Umwelt nach heutigem Stand eine jährliche Ersparnis von 800 t CO2.
