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Neues aus dem ZVAWS

Wichtige Projekte am MHKW.

Teilerneuerung der Linie 1

Wer in den Jahren 2019/2020 auf der B 8 oder der Gattingerstraße am MHKW Würzburg vorbeigefahren ist, konnte nicht übersehen: Es tat sich was. Die meiste Zeit stand ein Kran am Gebäude, zeitweise waren es sogar zwei, die immer wieder große Stahlteile über das Kesselhausdach hoben. Wer jetzt am MHKW vorbeifährt, kann außen kaum eine Veränderung gegenüber dem Zustand vor Beginn der Bauarbeiten bemerken. Im Inneren der Gebäudehülle hat sich jedoch Bemerkenswertes getan. Einer der beiden Kessel, mit denen das Kraftwerk 1984 in Betrieb gegangen war, wurde vollständig erneuert. Nach 35 Betriebsjahren auf der alten Linie 1 war das eine Notwendigkeit. Nicht nur weil der Reparaturaufwand überhandgenommen hatte. Es ging auch darum, das MHKW für die Zukunft zu rüsten und die Entsorgungssicherheit für die Mitgliedskörperschaften zu gewährleisten. Die Kosten für diese Investition beliefen sich auf knapp 29 Mio. Euro. Bei der Baumaßnahme konnte auch die Ausnutzung der im Abfall gespeicherten Energie durch Kraft-Wärme-Kopplung erhöht und damit der Wirkungsgrad der Linie verbessert werden. Dies gelang durch Absenken der Rauchgastemperatur am Kesselende. Zu den weiteren Maßnahmen zählen die Erneuerungen des Verbrennungsrostes und der Nebenanlagen wie Asche- und Schlackeförderung, zudem die weitgehende Trennung der Linien 1 und 2 in der Leittechnik und das Anpassen an die gesetzlichen Anforderungen. Die Technik zur Mitverbrennung von Klärschlamm wurde auf ein neues Verfahren umgestellt: Der Klärschlamm wird nun feucht auf den Rost aufgegeben und direkt vor der Verbrennung in den Flammen getrocknet. Durch dieses spezielle Verfahren kann mehr Klärschlamm verbrannt werden, was erwartungsgemäß dazu beitragen soll, die Entsorgungssicherheit zu verbessern. Die bewährte Technik der trockenen Rauchgasreinigung wurde beibehalten, jedoch der Gewebefilter erneuert und seine wirksame Fläche vergrößert, um die Reinigungsleistung noch besser abzusichern. Die langjährigen technischen Betriebsleiter des Zweckverbandes und der Stadtwerke Würzburg AG am MHKW, Dr. Werner Grüttner und Bogdan Dima, begleiteten das Projekt und zeigten sich zufrieden mit dessen Verlauf. Erst nach dem erfolgreichen Abschluss der Umbaumaßnahmen verabschiedeten sie sich – später als ursprünglich geplant – in ihren Ruhestand. Die Bauarbeiten, an denen zeitweise bis zu 80 Personen beteiligt waren, verliefen ohne schwerwiegende Zwischenfälle. Das Zwischenlager- und Umleitungskonzept für den kommunalen Siedlungsabfall ging auf, dank vorausschauender Planung und hervorragender Zusammenarbeit mit anderen kommunalen Müllverbrennungsanlagen. Trotz erheblichen Mehraufwands aufgrund der Corona-Pandemie konnte der Kostenrahmen eingehalten werden und der Anlagenlieferant, die Martin GmbH für Umwelt- und Energietechnik in München, die Anlage pünktlich übergeben. Jetzt muss die Anlage unter Beweis stellen, dass sie im Dauerbetrieb den Erwartungen gerecht wird. Der neue Technische Betriebsleiter des ZVAWS, Matthias Mohr, zeigt sich optimistisch und wertet das Projekt als wichtigen Schritt in die richtige Richtung: Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Sein Kollege, Betriebsleiter Klaus-Dieter Kohnle von den Stadtwerken Würzburg AG, schließt sich an und setzt für die Beherrschung der neuen Anlagenteile auf die Professionalität und Erfahrung der Mitarbeiter. Beste Voraussetzungen also, dass die neue Linie im Interesse der Bürgerinnen und Bürger im Einzugsbereich des MHKW Würzburg einen zuverlässigen und effizienten Dienst tut.

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